Mittwoch, 22. Januar 2025

Das Wesen im alten Holz

Reise zum Holz der 3000 Jahre alten Tanne

Sie steht vor mir, humanoide weibliche Gestalt
mit Tannenästen auf der Seite, was jedoch nicht komisch,
sondern irgendwie erhaben aussieht. Wie Flügel.

Ich grüsse sie und frage sie, was sie mir mitteilen kann.
Dabei denke ich die ganze Zeit an das
unglaubliche Alter dieses Holzes von fast 3000 Jahren.

Die Gestalt der Tanne sagt:

 "Zeit ist eigentlich eine Illusion.
Du kannst dir eine lange Zeitspanne nicht wirklich vorstellen,
du kannst sie nur vergleichen mit Zeitspannen, die du kennst.
Überhaupt sind Zeiteinheiten für dich nur durch in dieser
Zeitspanne Erlebtes zu erfassen und somit ist die Zeit subjektiv
verschieden, von Mensch zu Mensch, von Situation zu Situation.

Das einzig Wahre, was zählt ist das JETZT.
Das ist erfahrbar, das ist objektiv und wirklich.
Vergangenheit findet nur in euren Erinnerungen statt und Zukunft
nur in euren Wünschen. Beides sind Elemente, die für
den Menschen sehr wohl wichtig sind, jedoch immer sind
es persönliche innere Prozesse und haben keine
wirkliche äussere Entsprechung.

Natürlich gibt es eine objektive Linie, auf welcher Menschen Erlebtes zu Geschichte aufreihen. Diese Geschichte kann sich auf einen einzelnen Menschen beziehen, seine Biografie, oder sie kann sich auf eine Familie, einen Stammbaum, oder auf ein Land beziehen. Sie kann sich auch auf die ganze Erde beziehen. Diese Geschichte ist eine Zeitlinie, deren einzige Bedeutung die Darstellung der Reihenfolge von Ereignissen ist."

Ich erkenne, was die Tanne meint und danke ihr für die Ausführungen. Dann frage ich sie nach ihrem Namen. Dazu meinst sie:

"Namen haben für mich keine Bedeutung. Du kannst mich nennen, wie du willst, denn jenen Namen hat nur für dich eine Bedeutung. Wenn du genau in dich hineinhörst, erkennst du, dass du dich selber nicht beim Namen nennst. Für dich alleine hat dein Name keine Bedeutung. Die Bedeutung deines Namens kommt erst zum tragen, wenn du mit anderen in Interaktion trittst. Namen erhalten ihre Bedeutung also erst im Kollektiv. Du brauchst Namen von Menschen und Bezeichnungen von Dingen erst, wenn du mit jemandem sprichst, damit er weiss, was oder wen du meinst. Du selbst brauchts den Dingen eigentlich keine Bezeichnung zu geben, da du auch so weisst, was du meinst.

Du kannst dich frei entscheiden, wie du mich nennen magst.".

Ich danke der Tanne für die Worte und Erkenntnisse.

Barlok / 30. Oktober 2015

Samstag, 29. August 2015

VOLLMOND

Es ist schon Mitternacht, als sich draussen die Nacht mit Silberlicht überzieht. Die Vollmondin hat sich endlich im Südosten über den Horizont erhoben und beginnt ihre Bahn über den sternklaren Himmel.

Ich ziehe mir nochmals was an und gehe hinaus, wiederum ein kleiner Spaziergang durchs Quartier.
Es ist so still und obwohl Samstag ist, sehe ich kaum noch Lichter in den Häusern. Unser Katerchen gesellt sich zu mir und fragt mit schüchternem Miau, was ich denn hier wolle.
Tja, wenn ich das wüsste. Mein Geruchssinn lässt mich heute wieder im Stich, aber ich erinnere mich noch an den würzigen Grasgeruch von vorletzter Nacht.

Leises Rauschen kommt von Wald und Bach herüber und ansonten ist da nur eine raumgreifende, grosse Stille, die diese Weite des Himmelszeltes verstärkt. Nur wenige Sterne sind zu sehen, da die Mondin ihre hohe Zeit hat und den Himmel dominiert. Auch alle Häuser, Strassen, Felder und Wälder sind in ihr silbernes Licht getaucht  und wirken wie vergeistigt. Die starken Farben des Tages sind weg, alles ist sanftes Licht und es scheint, als könnte man durch die Dinge hindurchsehen. Immer wieder schaue ich zu ihr hoch und fühle diese Kraft in Bauch und Herz, dieses Ziehen und Sehnen. Ich gehe heimwärts und will noch ein wenig trommeln, der Mondin zu Ehren.

Ein Streifen silbernes Mondlicht scheint durch das Dachfenster herein. Die Trommel beginnt. Klänge formen sich in meiner Kehle und steigen auf. Leise und langsam erst... In meinen Kreis gesellen sich einige Schamanenbekannte und ich begrüsse sie. Die Geisterlieder, die heute erscheinen, kommen irgend woanders her als sonst.
Und da erscheint aus des Mondes Schein eine silbern-helle Frauengestalt und stellt sich vor mich hin. Sie hat endlos lange, weisse Haare und strahlt eine heilige Anmut aus die mir Tränen des Glücks in die Augen treibt. Ich grüsse die Mondin und frage sie nach einer Botschaft für mich oder für die meinen.

Sie sagt nichts, lächelt jedoch und berührt mich an der Wange. Da stösst eine Welle von Gefühlen und Gedanken aus mir empor. Gefühle, die mich in letzter Zeit beschäftigen. Gefühle von Ungenügen, von Bedauern.  Das Bild einer Bilanz meines bisherigen Lebens, das unter dem Strich ins Minus zu gehen scheint.
Es bricht aus mir heraus und ich erkenne und lasse los. Sie nimmt es auf und mit, die Mondin.

Ich erkenne wiederum sehr deutlich die wundervolle Kraft der Mondin. Sie brennt nicht wie das Feuer des Sonnenvaters, sie ist weich, zart und milde. Die Sonnenkraft ist körperlicher, sexueller, physischer. Mit ihr kennen wir uns aus.
Doch die Kraft der Mondin ist anders, sie berührt uns ganz tief in der Seele und wirkt dadurch auf der emotionellen Ebene stärker. Sie ist die Kraft des Weiblichen, eine starke empfangende Kraft, die nicht nur Meere anzieht, sondern auch unsere Gefühle. Ich erkenne, dass wir uns öfter aus unseren lichtverseuchten nächtlichen Städte hinauswagen sollten. Hinaus auf die Felder, wo wir noch den direkten Strahl der Mondin Licht empfangen können. Es ist einfach stärker so und es ist heilsamer. Wenn wir es fertigbringen, dass die Kraft der Mondin in uns Saiten anschlägt die das Herzenswasser zum fliessen bringen, dann ist das eine wunderbare Reinigung.

Tief berührt danke ich der wundervollen Frau Mondin und auch den anderen Gästen in meinem Kreis und lasse Trommel und Gesang verstummen.

29. August 2015 / Bär

Dienstag, 7. Juli 2015

Sommer in der Stadt


Ich sitze vor dem Restaurant Artemisia, das hat den besten Kaffee weitherum. 

Dahineilende Massanzüge zwischen flanierenden Frauen, Kindern und Touristen. Die Welt ist in Ordnung, die Sommerstimmung macht die Menschen fröhlich und ausgelassen. Die geschäftige Hektik, welche hier sonst herrscht, ist der Ferienstimmung gewichen. Ein Streifenwagen mit Sirene eilt vorbei und verliert sich irgendwo auf dem Weg zu was Wichtigem. 
Ich bestell mir einen zweiten Kaffee, denk nicht an die Kosten und geniesse einfach. 

Ich habe wieder Lust zu zeichnen. Lange Zeit hab ich mein Skizzenbuch unberührt gelassen, doch nun hab ich wieder die Musse Situationen und Stimmungen einzufangen. Irgendwo zu sitzen und mich in ein Motiv zu vertiefen ist wie Meditieren. Es tut so gut, den Stift gleiten zu lassen, das Motiv zu erforschen, neue Zusammenhänge, neue Formen zu entdecken. Die Zeit spielt keine Rolle mehr und dieses Hier und Jetzt bringt Leib und Seele ins Gleichgewicht.

Beim Zeichnen halte ich mich immer stark an ein Motiv. Die Kreativität liegt in dem, was in der Vielfalt des Motivs entdeckt und neu gestaltet wird. Beim zeichnerischen Erforschen zeigt sich, dass die Welt unendlich vielfältiger ist, als wir sie wahrnehmen. Hinter scheinbar alltäglichen, einfachen Dingen verstecken sich völlig neue Welten, die zu entdecken bloss etwas Geduld und ein entfesseltes Auge voraussetzt.

Barlok

Freitag, 26. September 2014

Im Andenken an Ailo Gaup


An dieser Stelle möchte ich auf den Bericht über ein interessantes Seminar mit Ailo Gaup hinweisen, welches 1997 in der Schweiz stattfand.

Ich kannte den wunderbaren schamanischen Roman "Der Noaide" von Ailo Gaup und lernte ihn an jenem Seminar persönlich kennen.  Mich hat an diesem Menschen seine Bescheidenheit und seine grosse Kraft beeindruckt. Er zeigte uns nebst vielem Anderem die wundervolle Heilkraft des heiligen Clowns. Und er überraschte uns fortlaufend, indem er uns immer weider "den Teppich unter den Füssen wegzog". Unter den vielen weltlichen Lehrerinnen und Lehrern, die ich im schamanischen Umfeld traf, war er mir ein besonders leuchtendes Vorbild.

Nun, lest selbst:

Ailo Gaup in der Schweiz

Ailo Gaup, der bekannte samische Schamane und Schriftsteller, hat im September 1997 an seinem Seminar in der Schweiz vieles aus der Kultur seiner Heimat mitgebracht.

"In der samischen Tradition kennen wir nicht Götter oder Göttinnen. Wir haben eine verwandtschaftliche Beziehung zu den Kräften der Natur und des Universums".

Diese Weltanschauung ist typisch für die ursprünglichen schamanischen Kulturen. So hat in den nördlichen Gebieten von Europa eine alte schamanische Tradition bis heute überlebt.

Das Seminar mit Ailo Gaup steckte voller Überraschungen. Niemand wusste, was uns erwartete und viele TeilnehmerInnen mussten vertraute Vorstellungen loslassen und konnten sich an Neuem versuchen.

Ailo sprach klar und mit Pausen, in denen sich die Energie im Raum statig erhöhte. Einzelne Sätze gingen in Gesang über - "Gesang trägt die Kraft der Worte direkt zum Herzen...". Singen und getanzte Gestik erschufen denn auch eine spezielle Stimmung der Poesie und dazwischen die sanfte Kraft der Stille. Plötzlich - uns aus einem immer mehr schwebenden Zustand auf die Erde zurückholend - ertönte ein lautes Lachen von Ailo; einLachen, welches durch die Kraft im Kreis übersprang von einem Teilnehmer zum andern. Wir erlebten ein Lachen ohne Witz, ein heiliges Lachen aus sich heraus, welches uns in einen ganz speziellen Zustand der Ekstase versetzte - an einen Ort, den die Sami "saiwo" (heilig) nennen. So erlebten wir eine in allen Traditionen sehr wichtige Rolle des Schamanen, diejenige des Clowns.

In frühen Kulturen ohne Radio und Fernsehen, ohne Auto und Flugzeuglärm, war der Klang der Trommel etwas Ungewohntes, welches dadurch dem Menschen den Zugangs zu anderen Erfahrungsebenen erleichterte. Heute ist unsere Welt voller Geräusche und Lärm, da ist es die Stille, welche für uns ungewohnt ist. Ailo machte spärlich von der Trommel gebrauch und gab uns Gelegenheit, uns der besonderen Kraft der Stille bewusst zu werden und sie zu nutzen, wie wir bisher die Trommel genutzt hatten.

Wichtiges Thema war das Schärfen der Sinne, um inneres und äusseres Gleichgewicht zu finden. Durch starke und teils für uns ungewohnte Imaginationen, durch Singen und Tanzen suchten wir dieses Gleichgewicht in uns, um aus diesem heraus neue Arten schamanischer Aktionen zu erleben. Einige Aspekte, die Ailo erläuterte, hatten starke Parallelen zum toltekischen Schamanismus. Andere wiederum schienen uns wohlbekannt und waren trotzdem voller Überraschungen.

Es war ein Seminar in einer starken und doch sanften und liebevollen Kraft von Heiterkeit und meditativer Ekstase.

Bernhard

"Für mich ist das Wort Schamanismus zu klein, zu eingengend. Der Schamane ist zwar neu erwacht, muss aber noch zu etwas Umfassenderem werden. Schamanismus ist keine Technik, es ist ein Prozess, ein Lernprozess. Ich wünsche mir, dass die schamanische Weltsicht expandiert, dass sich die geistige und die körperliche Energie vereinigen."

Ailo

Dieser Bericht ist in der KREISZEIT Nr. 15 von 1998 erschienen und nun publiziert auf
www.dreiwelten.ch unter "Beiträge".

Barlok

Dienstag, 23. September 2014

HERBST


Der Abend wird kühler und feuchter der Morgen
Herbst hat die ersten Pinselstriche über die Bäume gelegt
Die Blütenpracht im Garten ist verwelkt
Sie findet ihr Echo bald im herbstlichen Festkleid der Bäume
Wenn die schwere Frucht fällt und die Baumsamen herabschweben
Sich in die Erde zu legen für neues Leben
Dann beginnt der feierliche Tanz der Natur
Farbenfroh eingekleidet Strauch und Baum
Ein letztes Fest dem vollendeten Wachsen zu Ehren
Um sich dann nach innen zu wenden
Wenn das grosse, dunkle Innehalten beginnt
Die Kräfte vom Aussen nach innen strömen
Im Menschen uraltes Bangen dräut
Und das Tier seine Höhle aufsucht
Dann beginnt die grosse Zeit der Mondin Kraft
Dann schauen wir zurück und ordnen das Gewesene
Lassen das Überflüssige los und reihen Aufzuhebendes ein
Lasst uns mit farbigem Gesang, der Bäume gleich
Und mit Tanz diese Zeit feiern
Um dann freudig innehalten, um die Kräfte zu sammeln
Für den neuerlichen Kreis des Lebens

23. September 2014 / Bär

Montag, 24. März 2014

Der Schützer



Heisse Wut streicht ihm den Rücken herauf, packt ihn an den Schultern
Die kalte Morgenluft ströhmt durch seine Nase, füllt seine Lungen
die mächtige Brust hebt sich
berstende Kraft fährt durch seine Arme, ballt seine Fäuste
Stille
eisig klar streift sein Blick über das Land
im Ohr ein leiser Gesang von Seidenhaar
verharrt er und lauscht
dann reisst er den Kopf hoch
tritt hinaus vor das Tor, dem Mob entgeben
Gebrüll schlägt ihm entgegen und das Klirren von Waffen
langsam zieht er seinen schweren Streitkolben von der Hüfte
ein dröhnendes Knurren verlässt seine Kehle und er stürmt voran
sein schwerer Kolben schmettert
und unbarmherzig pflügt er die Angreifer nieder
einen nach dem andern
bis das Genöhle des Mob verstummt ist und einem Stöhnen und Ächzen Platz gemacht hat
Restwut stösst er mit einem schweren Atemzug aus
an einem Baum schlägt er das Blut von seinem Streitkolben
und kehrt zurück hinter die Palisaden
Ruhe ist nun im Dorfe
Sicherheit ist wieder entstanden
ängstlich schauen einige Bewohner aus ihren Hütten
er aber tritt mit festem Schritt den Weg zu seiner Hütte an
es drängt ihn hin zu seiner Heimstatt die er verteidigt hat
hin in die Wärme seines Feuers
hin in die Geborgenheit seiner Frau
hin in die leuchtende Schönheit der Zweisamkeit mit Seidenhaar
dort ist die Quelle seiner Kraft
dort ist das Fundament seines Mutes
die Mitte seines Lebens
und einmal mehr
hat er erfolgreich bestanden
lässt sich nun fallen
in den Schoss der Lebensbringerin
und draussen erwacht der Tag

Bär // 25 Feb 2012

Sonntag, 26. Januar 2014

Gedanken zu Leben und Tod


(zum frühen Hinschied meiner Schwester)

Das Loch - das der Tod eines Menschen bei den Hinterbliebenen hinterlässt, schmerzt. Es wirkt uns bedrohlich, wir empfinden es als einen Fehler. Es sollte nicht sein.
Doch dieses Loch bietet auch die Chance, dass wir es wieder neu füllen. Mit neuem Leben, mit neuen Beziehungen. Es ist wie ein frisch gepflügter Acker in den wir bloss zu säen brauchen. Wenn wir uns aber ob der Fruchtlosigkeit des gepflügten und unbesäten Ackers grämen, dann wird er für immer so bleiben, zerbröseln und zerfallen.

Der Tod und das Sterben
Wenn wir den Tod als eine Geburt in ein anderes Leben betrachten, dann bekommt auch das Sterben eine andere Bedeutung. Da Sterben oft mit Leiden und Schmerzen begleitet ist, so könnte man dies doch auch als Geburtswehen hin auf die Geburt in das Lichtreich sehen. Auf diese Weise bekommt das Sterben eine völlig andere Bedeutung. Es nimmt nicht den Schmerz weg, aber die Hoffnung darin macht es leichter ihn zu ertragen.

Die Ungewissheit
Die Angst vor dem Tode rührt vermutlich nicht bloss davon her, dass wir alles Gewohnte und Liebgewonnene loslassen müssen. Ich sehe auch die Angst vor dem Ungewissen, Unbekannten. Wir haben keine Bilder von der Welt in welche wir danach gelangen und so herrscht in unserer modernen Kultur auch oft die Angst vor dem absoluten Nichts. Aber vielleicht soll das so sein, da wir ansonsten in der Erwartung dieser wundervollen neuen Welt dieses Leben allzu oft frühzeitig verlassen wollten.

Die Ahnengalerie
Wenn ich mir überlege, dass ein ganzes gelebtes Leben mit seinen Millionen Facetten nun auf ein paar Bilder reduziert wird, dann ist das irgendwie erschreckend. Doch das Leben dient wohl nicht dazu, ein Archiv an abrufbaren Erinnerungen aufzubauen. Viel mehr ist das Leben selbst Sinn und Zweck. Es ist also nicht das Ziel das zählt, es ist der Weg. Und wenn wir am Schluss unseren Lebensteppich betrachten, dann zählen wir nicht die Knoten, sondern wir nehmen diesen leuchtenden Teppich als Ganzes wahr.
Und zudem ist eine Ahnengalerie noch immer irgendwie lebendiger als ein kalter Stein auf einem Grab.

Bär

Sonntag, 3. November 2013

Lebenswasser




Im nahen Walde beim reinen Quell holt er das Wasser
während auf dem Speicher die Körner im leichten Rauch trocknen
Den Maische Bottich rührt er um
und macht nun Feuer unter den Brennblasen
nur das Feuer und das Blubbern ist in der Stille des Raumes zu hören
und langsam schlagen die ersten Tropfen ab
der Geist einer neuen Ernte tropft herab
und wird mit dem Quell wiedervereinigt um im Fass zu reifen
und während draussen Jahre vergehen
während Reiche entstehen und vergehen
währen Menschen sterben und geboren werden
unbekümmert von all dem Schmerz und all der Freude
reift das Lebenswasser heran
bis es gezapft wird
nach langer Zeit fliesst es golden vom Hahn
das neue uisge beatha
das neue Lebenswasser für den Stamm
um den Schmerz zu vertreiben und Freude zu bringen
nun denn - Slàinte

Bär

Donnerstag, 19. September 2013

ABSCHIED


U wes zum letschte Abschiid giit
möchts sy zur Abestund
we d Suna a dä Bärge stiit
we ds Alpeglüje chunnt,
de möcht ig no i d Höji ga
no zletschte Mal am Bärgsee na,
gäg d Blüemlisalp zur höje Flue
u de vo dert em Himel zue.

ein Poem von Maria Lauber in Frutigländer Mundart (wer's versteht)

Donnerstag, 11. Juli 2013

Sehnsucht und Schöpferkraft


Eine Definition von Sehnsucht

Die Sehnsucht, dieses Ziehen ganz tief in uns das durch all unsere Ebenen geht - ich denke, dieses Ziehen ist letztlich gefühlte Schöpferkraft.

Warum?

Ich sehe es so, dass sich alles was ist im Kreise bewegt. Das göttliche Urwerk des Kosmos bestehend aus lauter Rädern, alles dreht sich im Kreise.
Aber niemals findet sich etwas wiederum an seinem Ausgangspunkt ... weil es eben nicht bloss Kreise sind. Hier greift die Schöpferkraft und zieht die Kreisbewegungen in Spiralform. Somit entstehen die Spiralen, nach denen auch die DNA des Lebens gebildet ist.

Diese Schöpferkraft ist nun wohl das Ziehen der Sehnsucht, das wir spüren. Denn letztlich ist es das was uns hindert, am Ort stehen zu bleiben, das was uns bewegt immer weiterzugehen ... sogar, wenn es nicht mehr weiterzugehen scheint.

Gawunaya_paté

Bär

Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Meister des Holzes



Der Baum spricht zu ihm
durch das Holze noch spricht er
und der Meister versteht des Baumwesens Raunen
mit sanfter Hand und doch kraftvoll
schneidet er Span um Span hinweg
dringt langsam vor zum Kern der Form
auf eine heilige Weise
im Einklang mit dem Wesen im Holze
schöpft er aus des Baumes ehemaliger Stütze
nun ein Sitzmöbel für die Menschen
dem Baumwesen zu Ehren
und dem Menschen zur Stütze nun
Während draussen am Fenster
Baumgeschwister mit Ästen winken
fügt der Meister Stück für Stück
auf kunstvolle Weise zusammen
mit seinen starken Händen
die doch auf eine seltsame Weise weich sind
salbt er den fertigen Stuhl
mit dem Wachse der Biene
als eine letzte Ölung und eine erste Taufe
für sein neues Leben
im Dienste des Dorfes nun
In dankbarer Demut legt er nun
sein Werkzeug beiseite und
tritt hinaus in den Wald
um den Bäumen ein Dank zu bringen
für ihre Gabe
der Meister des Holzes

im Märzen 2012 in Celdwin vom Tischlermeister Barlok

Mittwoch, 12. Juni 2013

Die Wolfsfrau


Grün leuchten des grauen Wolfes Augen
in den Nachtwald hinaus
drinnen in der Höhle Dunkel
die Schamanin sitz am kleinen Feuer
Verse murmelnd und seltsame Lieder summend
zum leise kraftvollen Schlag ihrer Trommel
Hinter ihren Augenliedern 
schwingt sich ihre Seele hoch und hinaus
in die Höhen und Tiefen der Anderswelt
schnelles Traben ihrer Pfoten
führt sie ihrem Ziele zu
Die Alten sind es, die sie sucht
um Gewissheit zu erlangen
durch der Ahnen Weisheit
während in ihrer dunklen Höhle
ihr Körper sich wiegt zur Trommel
und der grosse Wolf draussen sie bewachet
so geschieht hier hinter des Trommelklanges Stille 
das mächtige Ritual
um dem Stamme Hilfe zu holen
um Kunde zu bringen aus der anderen Welt
wie es schon seit alters her Brauch war
und wiederum werden durch der Wolfsfrau
kraftvoll Ritual
die Welten verbunden 
um den Lebensfaden zu erhalten
und dem Stamme zu dienen
Schönheit auf deinen Wegen
oh Wolfsfrau und dank der Lebenden

Barlok

WASSER UND EIS



Das Spiel von Sonnenstrahlen in einem Eiszapfen bringt mir folgende Bilder:

Eiszapfen, entstanden durch das Spiel von Wärme und Kälte.
Die Kälte selber kann keine Eiszapfen bilden, dazu braucht sie die Wärme,
die ihr das Material Wasser liefert.
Wasser ist ein Kind der Wärme, wo Eis jenes der Kälte ist.

Auch die unterschiedliche Zeitqualität dieser beiden Kinder,
die ja eigentlich eines sind, ist interessant.
Wasser ist lebendig und schnell, immer in Bewegung.
Sogar wenn es im Teich ruht, scheint noch Bewegung in seinen Spiegelungen zu sein.
Dagegen ist seine Schwesterform, das Eis mit einer völlig anderen Zeitqualität gesegnet.
Es bewegt sich auch, jedoch ungeheuer langsam.

Noch mehr Qualitäten: Jene des Wassers ist die Wandlung,
das Hervor- und Herumtreiben, das Nähren von Leben.
Die Qualität des Eises jedoch ist jene der Bewahrung,
eine Qualität der Entschleunigung.
Eis vernichtet nicht das Leben, es verlangsamt es bloss.

Und so bilden diese beiden Schwester-Elemente
das Gleichgewicht zwischen Leben und Bewahren

Wundervoll.

Barlok






Mittwoch, 26. Dezember 2012

Schmanisches Trommeln am 25. Dezember 2012




Ich trommle.
Meine Spirits kommen.
Die Bärin rechts von mir.
Links erscheint ein blau-schwarzer Mann.
Bärin sagt, dies sei der Wandel.
Nun bewegt er sich und dadurch verschwimmt er vor meinen Augen.
Ich beginne zu singen und da sehe ich ihn wieder klarer und schärfer.
Bärin meint dazu:
"Wenn der Wandel steht, ist Erstarrung. Für den einfachen Geist gut zu erkennen.
Wenn sich der Wandel aber bewegt, verwandelt er sich ständig und er ist schwer zu erfassen. Durch Singen beginnen wir mit dem Herzen zu sehen und da erkennen wir auch die Dinge im Wandel klarer.
Es ist wichtig, viel zu singen. Und viel zu lachen. Keine vorgegebenen Lieder. Lass einfach Töne aufsteigen und mache Lautmalereien. Das Singen ohne Worte besänftigt den Intellekt und wir singen rein aus dem Herzen.
Wenn Wandel Angst macht, dann singe. Singe und Tanze - vor allem auch in alltäglichen Geschäftigkeiten. So kannst du dein Leben und die Welt wiederverzaubern.
Durch Singen bringst du Herz in die Welt."

Ich danke der Bärin.

Bär.

Freitag, 21. Dezember 2012

Wintersonnenwende 21. Dez 2012



Zur Trommel sende ich meinen Geist aus.

Plötzlich steht ein grosses Wesen vor mir. Humanoid und etwas drei Meter gross. Ich kenne diese Wesen von früheren Reisen, es sind Wesen mit einer ungeheuer starken Ausstrahlung und sehr grossem Wissen. Es sind Wesen welche früher als Götter verehrt wurden.

Dieses Wesen erscheint als schlanker grosser Mann mit hagerem Gesicht und einer ausgeprägten, stark gebogenen Nase. Seine schwarzen Haare sind lang und hinten gebunden.

Er schaut mich an und ganz langsam überzieht ein Lächeln sein Gesicht. Dieses Lächeln erfasst mich mit allen Sinnen, es überzieht meine Haut mit einer Art Wärme und es dringt in mich, durch mich. Aus mir heraus strömt nun ebenso ein Lächeln und breitet sich auf meinem Gesicht aus. Gleichzeitig über- und durchströhmt es mich wie eine warme Dusche - es ist wunderbar.

Eine Weile lächle ich so in mich hinein und aus mir heraus, einfach ein Leuchten in mir und um mich herum.

Danach frage ich ihn, ob er mich noch mit einer Botschaft beschenken würde.

Er sagt dann: "Achte auf deine Gedanken. Deine Gefühle kannst und sollst du nicht lenken, aber du kannst deine Gedanken lenken. Meide herabziehende Gedanken sondern suche Lichtvolles, Konstruktives. Denn die Energien der Gedanken fanden noch nie so starke Möglichkeiten vor, sich zu manifestieren wie in den nun folgenden Zeiten.
Du hast die Wahl, ob du das Licht von Lächeln und Freude oder der schleimige Schatten von Zorn und Neid in dein Leben lassen willst. Und so nimm denn auch die volle Verantwortung dafür an."

Ich erkenne, was er damit meint. Es geht um den ewigen Kreislauf von Säen und Ernten und es geht um das aufrechte Uebernehmen von Verantwortung.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung und für die Worte, auch wenn sie nicht neu sind. Aber vielleicht brauche ich gerade ab und an jemand, der mir ein wenig die Augen auswischt und mich wieder zurück zum Wesentlichen führt - auch dafür danke ich.

Gawunaya_paté und Schöhneit auf euren Wegen

Bär

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Eine schamanische Reise zur Freude


Vor genau zwanzig Jahren: Die Intention - eine schamanische Reise zum Wesen der Freude. Hier das Protokoll:

Ich schwebe empor in die Obere Welt und finde mich in einem Saal mit Wänden aus regenbogenfarbenem Licht. In der Mitte steht eine Art Thron und darauf sitzt die Freude, eine leuchtende Frau mit ansteckender Heiterkeit. 
Sie sagt zu mir: “Die Freude und das Leid gehören untrennbar zusammen wie die zwei Seiten einer Münze.”
Da dreht sich der Thron langsam und wie er mir die Rückseite zuwendet, sehe ich dort eine graue Frau sitzen, das Leid. Ringsum ist es dunkel und grau.
Von der Mitte her recken sich viele Äste in den Raum und ich bleibe daran hängen und werde mit der Drehung des Throns mitgeschleppt. Endlich gelingt es mir, mich aus den Ästen zu befreien und ich muss immer wieder anderen Ästen ausweichen.  Schliesslich hat sich der Thron ganz gedreht und ich stehe wieder im hellen Teil und vor der Freude.
Diese sagt: “Siehst du, wenn du in der Freude bleiben willst, musst du dich bewegen. Im Leid bleibst du hängen, erstarrst. Freude und Bewegung gehören zusammen.”

In diesem Sinne wünsche ich euch viel bewegte Freude

Bär

Samstag, 21. April 2012

Der Meister des Feuer


Hell klingt es von den russgeschwärzten Wänden
Schatten tanzen am Gemäuer
der Blasebalg faucht und das Feuer lodert
hell und heiss empor
darin das Eisen seine Härte verliert
und der Meister mit schwerem Hammer
die Klinge in Form schlägt
schwere Schläge und Funken zischen davon
das helle Feuer, der dunkle Stein
das helle Klingen und mittendarin
der mächtige Mann mit seinen riesigen Händen
schwingt Hammer und Zange
in seltsamer Choreografie
und unter Schweiss wird langsam
das weiche Metall in seine Härte getrieben
fauchend im Öl getauft
und schliesslich auf dem Stein geschliffen
beginnt die Klinge zu glänzen
durch die Magie von heissem Feuer
und kaltem Öl wurde die Klinge geboren
auf dass sie das Brot schneiden möge
und die Gefahr
habt Dank Meister des Feuers
für eure Kraft
für euer Geschick


Barlok im Märzen 2012

Freitag, 24. Februar 2012

Provence-Nacht

Provence-Nacht


Die Nachtkühle hat sich auf das heisse Land gelegt.
Die Luft ist leise geworden und die Olivenbäume stehen still.
Frosch und Kröte singen ihr uraltes Lied von Jahrtausenden und die Grillen spielen ihr Streichkonzert dazu.
Das Käuzchen ruft und ein zweites antwortet von ferne.
Katzen schleichen und Hunde bellen von weit her.
So voll der Tag von Geräuschen war, so ist die Nacht von Gerüchen voll. Und über all dem wölbt sich weit und hoch das Sternenmeer des Himmels.
Oben flitzt eine Sternschnuppe schräg - schneller als das Auge blickt - lautlos, eine leuchtende Spur hinterlassend. Das Auge wandert vom Sirius empor - von Lichtpunkt zu Lichtpunkt. Der Geist zieht hinaus in unfassbare Räume und aus den Sternen fliesst Sehnsucht herab.
All diese fernen Welten, zu unergründlichen Mustern gefügt welche der Mensch mit Bedeutung zu füllen versucht. So gross uns unsere Erde auch scheinen mag, so sind angesichts dieser Welten im All unsere Sorgen und Alltäglichkeiten bloss Staub.
Und doch bin ich durch den Schein der Sterne mit ihnen verbunden und auf unerklärliche Weise auch durch meine Gefühle von ihnen berührt.
Und wieder rast so eine Linie von Licht quer über das Firmament. Ich wollte mir was wünschen, doch die Schnuppe war schneller und ich sitze noch immer hier unten.
Der Frosch quakt weiter sein Lied - sorglos und unschuldig wie immer, oder begreift er am Ende etwa mehr von all dem als ich hier auf meinem Stuhl? Die Käuzchen besingen sich noch immer und meine Seele ist von den Sternen zurückgekehrt. Sirius ist weitergerückt und die Sternenpunkte trüben sich. Mir scheint, als seien auch die Geräusche der Nacht leiser geworden und ich alleiner...
Ich mag noch nicht schlafen gehen. Es ist so schön hier, doch woher kommt diese Trauer?
Oder ist es Sehnsucht - und was sucht denn mein Sehnen?
Ist vielleicht da draussen irgendwo in dieser Unermesslichkeit verloren meine wahre Ur-Heimat?
Was mein unendliches Seelenwesen weiss, kann mein endliches Bewusstsein nicht erfassen.
Ich danke euch - Sternenwesen an meinem Nachthimmel - dass ihr uns Menschenwesen durch euren Anblick weich werden lasst. Dass wir angesichts eurer Zahl und Grösse wieder Kinder werden können - unschuldig und staunend.
Mein Sehnen in eurem Licht öffnet mein Herz und gibt mir Kraft, lässt meine Seele fliessen und hilft mir und all meinen Schwestern und Brüdern verzeihen. Nun geh' ich doch zu Bett und lasse im Schlafe meinen Körper zurück. So schwinge ich mich empor und komme zu euch.
Ich werde baden in eurem Licht - ich werde eure unerhörten Gesänge hören - und ich werde mit euch singen und all das verstehen, was Verstand nicht zu fassen vermag.
Auf der lautlosen Lichtspur werde ich reiten - quer über den Nachthimmel und ihr werdet mit eurem silbernen Licht mir all meine Ängste verbrennen. Ich werde für eine Nacht heimkehren zu euch und weinen vor Freude. Wega wird mich trösten und Andromeda mich küssen - und dann werde ich sehen, dass viele Menschenseelen auch bei euch sind, dass auch sie alle Trost und Kraft und Freude erhalten.
Und ich werde hoffen, dass wir alle morgen unsere Herzen nicht wieder verschliessen.
Ich danke euch, ihr fernen leuchtenden Wesen.


vor 1998 // Bär

Steinbildhauer


JAHRTAUSENDALTES WESEN 
IM ROHEN STEIN - DIE KNOCHEN 
DER ERDENMUTTER, VERBORGENE 
GESCHICHTEN ENTHALTEND - RUFST 
DIE MEISSELHÄNDE DES SEHNENDEN 
LITHOMANEN UND STAHL ENTHÜLLT 
FORM UND FIGUR - STEINWESEN 
NIMMT DAS MENSCHENWESEN IN 
SICH AUF UND LÄSST SICH IN 
SEINE FORM MEISSELN ZU NEUER 
GESTALT FÜR WEITERE JAHRHUNDERTE. 
DANK AN DICH - GROSSVATER IM STEIN ••• 

Bär 1998

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Die Geräusche der Geselligkeit

   
Treffen im Berghotel - Klassentreffen. Die Abendsonne streicht oben golden über die Felsen. Nach  und nach Ankunft und Begrüssung. Erlebtes der vergangenen Jahre wird ausgetauscht. Als der Bergwind mit Kühle drängt, begibt man sich ins Restaurant. Die Tafel füllt sich und bald wird aufgetragen. Angeregte Gespräche und das Klappern von Besteck erfüllen den Raum. Irgendwann dröhnt mir der Kopf ob des vergnüglichen, alkoholgepushten Geplappers.
Hinaus in die Nacht! Der Abendwind hat sich gelegt und eine wohlige Wärme der Erde erfüllt die Bergnacht. In der Ferne blinken einzelne Lichter, die Tannen rauschen leise. Meine Seele fliegt hinaus, durchmisst diesen weiten, nächtlichen Raum, die Reinheit der Bergluft aufsaugend.

Ich erkenne, dass ich die Geselligkeit nur in kleinen Dosen geniessen kann. Die grosse Gruppe überfordert meine Aufmerksamkeit und mit der Zeit wirkt der Smalltalk ermüdend. Konzentriertes Gespräch in kleinem Kreis erlaubt mir das Eintauchen ins Gegenüber und ins Thema.
Ich trinke Alkohol, doch wenig und langsam. Ich mag mich nicht damit der Lautstärke und der Schwingung der Geselligkeit anpassen.
Pausen sind die Lösung. Zuweilen hinaus, den Kopf durchlüften lassen. Die ruhige Stille der Bergnacht schmeichelt und beruhigt meine Ohren.

In einer gewissen Distanz, wenn das Geplapper der Geselligkeit sich mehr wie das Plätschern eines Baches anhört, dann wirkt es nicht mehr drängend. Belebend ist es dann, Lebensmusik, die meine Kreativität fördert.
Dies war schon immer so. Früher, als ich in den Kaffees zeichnete oder  schrieb, auf diesen Wogen von Menschenlärm reitend, ebenso wie heute hier.
Wo es längere Zeit in der Nähe erlebt, meinen Kopf zu sprengen droht, so ist es aus der Distanz gerade richtig um anregend zu sein.

Diese Distanz zu den Dingen hat oftmals eine den Blick schärfende Qualität! Die genaue Betrachtung aus der Nähe entbehrt das Erkennen der Zusammenhänge, welche oftmals vielleicht wichtiger sind, als das isolierte Detail.

Aber nun stürze ich mich wieder in die akustischen Fluten der Geselligkeit und versuche, eine Weile mitzuschwimmen.

Bär